VANAV prüft aktuell eine spannende Kombination aus China: den vollelektrischen Riddara RD6 4WD und einen kompakten Hardwall-Pop-up-Aufbau von BD Cloud. Daraus könnte ein moderner Pickup Camper entstehen, der SUV-Komfort, elektrische Leistung, externe Stromversorgung und einen festen, aufstellbaren Wohnraum verbindet.
Es ist noch kein angekündigtes Serienfahrzeug von VANAV. Wir möchten herausfinden, ob aus den vorhandenen Technologien ein überzeugendes Fahrzeug für Reisen in der Schweiz und in Europa entstehen kann.
Warum wir uns diese Kombination anschauen
Pickup Camper folgen seit Jahrzehnten einem bewährten Prinzip. Ein robustes Basisfahrzeug trägt einen absetzbaren oder fest montierten Wohnaufbau. Dieses Prinzip funktioniert. Spannend wird es dort, wo moderne Fahrzeugtechnik neue Möglichkeiten eröffnet.
Der Riddara RD6 bringt eine elektrische Pickup-Plattform mit hoher Leistung und V2L-Stromversorgung mit. BD Cloud entwickelt kompakte Pickup-Wohnaufbauten, darunter Hardwall-Pop-up-Konzepte. Für uns stellt sich deshalb eine einfache Frage: Was entsteht, wenn man diese beiden Ansätze konsequent für einen modernen europäischen Reisecamper zusammendenkt?
Das Basisfahrzeug: Riddara RD6 4WD
Der Riddara RD6 stammt von Riddara, einer Pickup-Marke aus dem Geely-Umfeld. Besonders interessant ist für einen Camper nicht nur der Elektroantrieb, sondern die Verbindung aus Pickup-Nutzwert und moderner elektrischer Architektur. Nach Herstellerangaben und öffentlich verfügbaren Datenblättern bietet der RD6 4WD unter anderem:
| Antrieb | vollelektrischer Allradantrieb, zwei Motoren |
|---|---|
| Systemleistung | rund 315 kW, entspricht etwa 428 PS |
| Beschleunigung | 0 auf 100 km/h in rund 4,5 Sekunden |
| Batterie (Topversion) | rund 86 kWh |
| V2L-Leistung | bis zu 6 kW externe Stromabgabe |
| Wattiefe | bis zu 815 mm |
| Fahrprogramme | unter anderem Schnee, Schlamm, Sand und Offroad |
Quelle: Riddara, Herstellerseite RD6 4WD sowie riddara.com. Werte je nach Markt und Modelljahr unterschiedlich.
Die hohe Beschleunigung ist für einen Camper nebensächlich. Interessanter ist die elektrische Leistungsreserve und vor allem V2L.
Warum V2L für einen Camper interessant ist
V2L bedeutet Vehicle-to-Load. Das Fahrzeug kann seine Hochvoltbatterie nutzen, um externe elektrische Verbraucher zu versorgen. Für einen konsequent elektrisch gedachten Camper eröffnet das interessante Möglichkeiten, zum Beispiel Induktionskochfeld, Kaffeemaschine, Beleuchtung, Ladegeräte, Kühlbox oder Kühlschrank, Warmwasser, Klimatisierung sowie Arbeitsgeräte und E-Bikes.
Damit könnte ein Teil der klassischen Camper-Energiearchitektur neu gedacht werden. Wie weit sich die Fahrzeugbatterie tatsächlich in ein europäisches Camper-Konzept integrieren lässt, müsste technisch und regulatorisch sauber geprüft werden.
Der Wohnaufbau: BD Cloud und das Iron-Ridge-Prinzip
BD Cloud aus Qingdao entwickelt und produziert Pickup Camper und mobile Raumlösungen. Besonders interessant finden wir das Hardwall-Pop-up-Prinzip, wie es beim Iron Ridge zu sehen ist. Im Fahrbetrieb bleibt der Aufbau vergleichsweise niedrig. Am Stellplatz wird das Dach angehoben und der Innenraum gewinnt deutlich an Höhe und Volumen. Im Gegensatz zu klassischen Pop-up-Campern mit grossen Stoffflächen arbeitet dieses Konzept mit festen beziehungsweise weitgehend festen Wandstrukturen.
Für Reisen bei Wind, Regen, Kälte und wechselnden europäischen Wetterbedingungen ist dieser Ansatz interessant. Was wir daran spannend finden, ist die kompakte Silhouette während der Fahrt, der Zugewinn an Innenraum am Stellplatz, das Potential für bessere Isolation und Akustik sowie das Potential für eine eigenständige VANAV-Ausführung.
Quelle: BD Cloud, Truck Camper und campertrailers.cn.
Unsere Idee für VANAV
Wir würden einen bestehenden Aufbau nicht einfach auf einen Riddara setzen und damit das Projekt als erledigt betrachten. Für uns wäre interessant, eine eigene, auf das Fahrzeug abgestimmte Lösung zu entwickeln. Ein möglicher VANAV Pickup Camper müsste aus heutiger Sicht folgende Schwerpunkte haben:
Schwerpunkte einer möglichen VANAV-Ausführung
- Geringes Aufbaugewicht und ein tiefer, fahrdynamisch sinnvoller Schwerpunkt.
- Aerodynamische Abstimmung auf die Kabine des RD6.
- Hardwall-Pop-up-System mit vier nutzbaren Schlafplätzen als Ziel.
- Konsequent elektrische Bordtechnik und intelligente Nutzung von V2L.
- Frisch- und Abwasser möglichst achsnah positioniert.
- Robuste, wartbare Konstruktion mit europatauglicher Elektrik und Komponenten.
- Sauber definierte Befestigung am Basisfahrzeug und wintertaugliche Isolation als Entwicklungsziel.
Der entscheidende Punkt ist das Gewicht
Ein schönes Rendering ist schnell gemacht. Ein technisch gutes Reisefahrzeug ist deutlich anspruchsvoller. Bei einem Pickup Camper müssen Nutzlast, Vorder- und Hinterachslast, Schwerpunkt, Befestigungspunkte, Aufbaugewicht und zulässiges Gesamtgewicht zusammenpassen. Beim Elektrofahrzeug kommt die Reichweite mit Aufbau hinzu.
Das ist für uns der Unterschied zwischen einer interessanten Idee und einem guten Camper.
Bevor aus dieser Idee ein mögliches Produkt werden könnte, müssten unter anderem reale Achslasten, zulässige Aufbaulast, Body-Builder-Vorgaben von Riddara, Befestigungsmöglichkeiten, das reale Gewicht des BD-Cloud-Aufbaus, der Schwerpunkt des kompletten Campers, Fahrverhalten und Bremsweg, der Reichweitenverlust mit Aufbau, die Homologation für die Schweiz und Europa, die elektrische Integration von V2L, der Winterbetrieb sowie ein Ersatzteil- und Servicekonzept geklärt werden.
Warum China für solche Konzepte spannend geworden ist
China entwickelt sich bei Elektrofahrzeugen, Batterietechnik und Fahrzeugsoftware sehr schnell. Gleichzeitig gibt es eine wachsende Zahl von Herstellern, die innovative Camping- und Pickup-Aufbauten produzieren. Für VANAV ist deshalb weniger entscheidend, wo eine Idee ihren Ursprung hat. Entscheidend ist, ob Technik, Qualität, Sicherheit, Nutzwert und Preis zusammenpassen. Unser Ansatz wäre, interessante Technologien dort anzuschauen, wo sie entstehen, sie kritisch zu prüfen und daraus eine Lösung zu entwickeln, die zu den Anforderungen in der Schweiz und in Europa passt.
Unser aktuelles Fazit
Riddara RD6 plus BD Cloud ist für uns mehr als eine schöne Visualisierung. Die Kombination ist technisch interessant genug, um sie genauer anzuschauen. Der RD6 bringt eine moderne elektrische Pickup-Plattform und eine leistungsfähige externe Stromversorgung mit. BD Cloud bringt Erfahrung mit kompakten, aufstellbaren Pickup-Wohnkabinen mit. Ob daraus einmal ein VANAV Pickup Camper entsteht, ist offen. Aber genau solche Kombinationen möchten wir untersuchen.
Häufige Fragen
Ist der Riddara RD6 × BD Cloud bereits ein VANAV Serienmodell?
Nein. Aktuell handelt es sich um eine von VANAV entwickelte Idee und Visualisierung. Wir prüfen, ob die technische Kombination genügend Potential für eine vertiefte Evaluation besitzt.
Ist der gezeigte Camper ein offizielles Gemeinschaftsprojekt von Riddara und BD Cloud?
Nein. Die Visualisierung kombiniert den Riddara RD6 mit unserer Interpretation eines BD-Cloud-Hardwall-Pop-up-Aufbaus. Eine offizielle Kooperation der beiden Hersteller wird damit nicht behauptet.
Warum ist der Riddara RD6 für einen Camper interessant?
Vor allem wegen seiner elektrischen Pickup-Plattform, des Allradantriebs und der V2L-Funktion. Riddara gibt für den RD6 4WD eine externe Stromabgabe von bis zu 6 kW an.
Was ist ein Hardwall-Pop-up-Camper?
Ein Pop-up-Camper fährt mit reduziertem Aufbau und wird am Stellplatz nach oben erweitert. Beim Hardwall-Prinzip bestehen die Seiten im aufgeklappten Zustand weitgehend aus festen Elementen statt aus einer klassischen grossflächigen Zeltwand.
Könnte ein solcher Camper in der Schweiz zugelassen werden?
Das hängt von der konkreten Fahrzeug- und Aufbauausführung ab. Gewicht, Achslasten, Befestigung, Abmessungen, elektrische Anlagen und weitere Homologationsanforderungen müssten vor einem möglichen Serienprojekt geprüft werden.
Welche Reichweite hätte der RD6 mit Camper?
Dafür gibt es für diese Kombination aktuell keinen belastbaren Wert. Aufbaugewicht, Stirnfläche, Geschwindigkeit, Temperatur, Reifen und Topografie beeinflussen den Verbrauch stark. Eine seriöse Aussage wäre erst nach einem realen Prototyp und Verbrauchstests möglich.
Quellen und weiterführende Informationen
Riddara, RD6 4WD: riddara.com/rd6-4wd
Riddara, Hersteller: riddara.com
BD Cloud, Truck Camper: truckcamper.cn
BD Cloud, Camper: campertrailers.cn
Was hältst du von diesem Konzept?
Deine Meinung fliesst in unsere Überlegungen ein. Schreib uns, was dir bei einem modernen Pickup Camper wichtig wäre. Besonders interessieren uns Erfahrungen mit Pickup Campern, Elektrofahrzeugen, Wintercamping und längeren Reisen. Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
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